Es tut sich was in der Leipziger Straße

Veröffentlicht am 19.05.2014 in Bezirk

Kommunalpolitischer Rundgang in und um die Leipziger Straße

Am 11. Juni 2014 haben wir Anwohner eingeladen, uns vor Ort zu zeigen, was sich in der Straße ändern muss und was die Qualitäten des Wohnens mitten in der Innenstadt sind.

Wohnen für alle Bevölkerungsschichten mitten im Zentrum – in welcher Großstadt gibt es das noch so, wie in Berlin und vor allem in der Leipziger Straße? Wir setzen uns dafür ein, dass in der Leipziger Straße in das Straßenbild und die Aufenthaltsqualität für die ansässige Bevölkerung investiert wird und unterstützen Initiativen von Anwohnern.

Mit dabei beim Rundgang war Sascha Schug, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD in der Bezirksverordnetenversammlung Mitte, der die Anregungen mit ins Rathaus Mitte nimmt.

Aufenthaltsqualitäten in der Leipziger Straße

Von den erfreulich reichlich erschienenen Anwohnern wurde die hohe Feinstaubbelastung, der Straßenlärm, auch in der Nacht, der schlechte Zustand der Fußwege, die teilweise fehlende Beleuchtung, Gefahren durch Radfahrer auf dem Gehweg und die Fußgängerunfreundliche Ampelschaltung angesprochen.

Unser Mitglied Thomas Koch, das auch dem Vorstand der Interessengemeinschaft Leipziger Straße/Krausenstraße (IG) angehört, hat über ein Konzept berichtet, wie die Fußwege auf der nördlichen Seite der Leipziger Straße (vor der Ladenzeile) mit überschaubaren Investitionen wieder attraktiver gestaltet werden können: Die Umrandungen der Hochbeete sind in einem sehr schlechten Zustand, Fußwegplatten zerbrochen, die Beleuchtung nur auf die Straße ausgerichtet.

Die SPD vor Ort unterstützt die IG Leipziger Straße und setzt sich bei Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) für die Umsetzung von Verbesserungsmaßnahmen ein.

Senatsverwaltung reagiert auf Anwohnerforderungen

Eine Woche nach unserem Rundgang hat auf Initiative von Senatsbaudirektorin Lüscher eine Begehung in der Leipziger Straße stattgefunden. Die Stadtentwicklungsverwaltung prüft nun, wie das Konzept der IG Leipziger Straße umgesetzt werden kann. Ebenfalls haben am Fußgängertunnel im Auftrag der Senatsverwaltung Sanierungsarbeiten begonnen. Ziel muss es sein, die Fußwege der Leipziger Straße zu einem grünen Boulevard mit Aufenthaltsqualitäten zu entwickeln.

Leerstände vieler Läden zwischen Charlottenstraße und Jerusalemer Straße

Diese Häuser gehören der bundeseigenen Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA). Es ist ein Skandal, dass damit der Bund als Eigentümer seit Jahren mitten in der Leipziger Straße eine Vielzahl von Ladenobjekten leerstehen lässt. Dr. Eva Högl (SPD), die Bundestagsabgeordneten für den Wahlkreis Berlin-Mitte, hat sich 2012 im Bundestag mit einer Anfrage für eine umgehende Vermietung eingesetzt. Jetzt gibt es erste Erfolge, die Firma Raumaufzeit ermöglicht im Auftrag der BIMA Zwischennutzungen der Ladenobjekte. Schon haben sich junge Architektenbüros und Galerien mit einer zeitweiligen Nutzung angesiedelt. Die IG Leipziger Straße und die SPD vor Ort fordern von der BIMA, die Zeit der Zwischennutzungen zu nutzen und nun eine Vermietung mit einem Mix aus Angeboten des täglichen Bedarfs und Kultur zu ermöglichen. Dass die Leipziger Straße ein guter Standort sein kann, beweisen seit Jahren die engagierten Inhaber von „VISTÉL’s CelloMusikSalon“ in der Leipziger Straße 61 – ein Besuch dort ist sehr empfehlenswert www.cubaklassik.com .

Vorschlag zur Einrichtung eines Fuß- und Radwegs vor den Häusern Leipziger Str. 40/41 als “Markgrafenweg“

Der Mieterbeirat Leipziger Straße 41 setzt sich für eine Neugestaltung der Flächen ein, wir haben uns diese Pläne erläutern lassen. Ein gravierendes Problem für die Mieter in der Leipziger Straße 40 und 41 ist der erhebliche Fahrradverkehr vor den Häusern, der für Fußgänger durchaus gefährlich werden kann. Die Flächen vor den Häusern sind eigentlich nur als Erschließungsbereich für die Anwohner gedacht, werden jedoch von vielen Fahrradfahrern zwischen Kreuzberg und der Stadtmitte als direkte Verbindung genutzt. Der Mieterbeirat schlägt daher vor, klar abgegrenzte Bereiche für Fußgänger und Radfahrer zu schaffen, um die Fußgänger zu schützen. Ebenfalls soll der Bereich vor der Leipziger Straße 41 besser gestaltet werden. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat dem Mieterbeirat und der WBM als Eigentümerin bereits Mittel zugesagt, erste Planungen haben begonnen. Wir von der SPD unterstützen diesen Vorschlag. Bei unserem Rundgang ist aber auch durch die Beiträge von Anwohnern deutlich geworden, dass vor dem Haus Leipziger Straße 40, wo der Weg näher am Haus geführt werden muss, noch keine optimale Lösung für den Schutz der Fußgänger gefunden ist. Wir setzen uns daher dafür ein, dass auch die Anwohner der Leipziger Straße 40 in die Planungen einbezogen werden. Eine gut geplante Verbindung für Fußgänger und Radfahrer an dieser Stelle macht die Leipziger Straße attraktiver. Allerdings müssen alle Anwohner konsequent in die Planungen einbezogen werden.

„Axel Springer Campus“ – Was ist auf dem Grundstück Zimmerstraße/Jerusalemer Straße geplant?

Der Axel-Springer-Verlag plant sein internationales Geschäft im Bereich Neue Medien in einem neuen Verlagsgebäude neben dem vorhandenen Springerbau zu konzentrieren. Im alten Berliner Zeitungsviertel ist das eine interessante Investition in die Zukunft. Nach einem Wettbewerb soll die Planung des renommierten Architekten Rem Koolhaas zur Ausführung kommen. Wir unterstützen dieses Vorhaben. Allerdings sollte sich der Springer-Verlag als Nutzer der Innenstadt auch an der Finanzierung der kommunalen Infrastruktur im Bezirk beteiligen. Die SPD-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung setzt sich daher dafür ein, dass zwischen dem Bezirk Mitte und dem Springer-Verlag ein städtebaulicher Vertrag geschlossen wird, in dem Beiträge des Verlags verbindlich geregelt werden.

Thomas Koch